Am 05. März 2026 verwandelte sich der Alan Turing Raum in den IPAI Spaces Heilbronn in ein lebendiges Labor für die Zukunft der Personalauswahl. Unter dem Titel der „Gehirnsynchronisation und KI“ kamen 30 Teilnehmer zusammen, um die Brücke zwischen Neurowissenschaft und künstlicher Intelligenz zu schlagen.
Mit Dorothee Töreki (Expertin für Digitalisierung) und Margareta Jäger (Master of Cognitive Neuroscience) führten zwei Koryphäen durch den Nachmittag. Ihr Ziel: Die unbewussten Prozesse im Gehirn während eines Bewerbungsgesprächs sichtbar und durch KI steuerbar zu machen.
Filter im Kopf: Im ersten Block lernten wir, wie Confirmation Bias und Negativity Bias unsere Entscheidungen oft unbewusst verfälschen. Beeindruckend war die Live-KI-Demo, die zeigte, wie Tools wie ChatGPT oder Perplexity genutzt werden können, um verborgene Stärken bei Bewerbenden zu identifizieren, die im klassischen Interview oft untergehen.
Vom Stress zur Klarheit: Margareta Jäger demonstrierte eindrucksvoll, wie die Amygdala unter Druck die Kontrolle übernimmt. Die Teilnehmenden lernten in einer praktischen Übung, wie man in weniger als 60 Sekunden vom „Panikmodus“ zurück in die mentale Klarheit findet – ein Gamechanger für jede Interview-Situation.
Gehirnsynchronisation & KI: Ein Highlight war das Experiment zur Resonanz. Wir erlebten live, wie KI als Sparringspartner fungieren kann, um die eigene Wirkung und Gesprächsführung so zu trainieren, dass echtes Vertrauen zum Gegenüber entsteht.
Das SCARF-Modell in der Praxis: Nach einer kurzen Pause vertieften wir die fünf Grundbedürfnisse des Gehirns (Status, Sicherheit, Autonomie, Verbundenheit, Fairness). Die Teilnehmenden entwickelten konkrete KI-Workflows, um diese Bedürfnisse in der Gesprächsvorbereitung gezielt zu adressieren.
Die Teilnehmer verließen den Workshop mit einem prall gefüllten Werkzeugkasten. Dank der Kombination aus Laptop-Hands-on und neurowissenschaftlichem Background wurde deutlich: KI ist mehr als nur ein Textgenerator – sie ist ein Spiegel für unsere eigenen kognitiven Muster.
Was bleibt? Ein neues Level an Souveränität. Ob Recruiter oder Bewerber – die Fähigkeit, Gespräche durch bewusste Vorbereitung statt spontaner Reaktion zu führen, wird die Qualität der Auswahlprozesse im IPAI-Ökosystem nachhaltig prägen.